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SHATILA

SCHATILA-auf dem Weg nach Palästina

Die Stadt Beirut hat einen reichen, christlichen Ostteil und einen arabischen Westteil mit der ehemals schicken Einkaufsstraße El Hamra. Dazwischen erstreckt sich der Elends-gürtel mit seinen Slums und Ghettos, mit Orten wie Sabra und Schatila; Zuflucht für die Verjagten und Vertriebenen, für die palästinensischen Flüchtlinge und obdachlosen Libanesen.

Ruinenlandschaften, Trümmerberge, das ist Schatila 1988, am Ende des dritten Lagerkrieges, der im November '86 begann. Eingegraben unter der Erde, in Bunkern und Kellern, verbunden durch ein System unterirdischer Gänge, widerstanden hier über 4.000 Menschen permanenter Bombadierung und totaler Belagerung. In dieser Situation filmte einer der Eingeschlossenen das Leben unter Trümmern; den Willen und den Mut, das Leid und die Hoffnung, mit der die Menschen ihr Überleben organisierten. Die entschlossene Verteidigung des Lagers, Versuche, die Hungernden mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen, die vielen Toten und Verletzten.

Die Bilder aus Schatila lassen die Dimensionen des Krieges erahnen, der im ganzen Süden des Libanon gegen das palästinensiche Volk geführt wurde. Es war ein Vertreibungskrieg. Die Palästinenser störten die Macht- und Kontrollbestrebungen der schiitischen Amalmilizen im Südlibanon, sie störten Israel durch ihre bloße Existenz als vertriebenes Volk und sie störten Syrien durch ihr Beharren auf einer autonomen, nicht von Syrien diktierten palästinensischen Politik. Nach innerpalästinensischen Kämpfen haben im April 1988 die letzten Palästinenser das Lager verlassen.

(Drama)
1986, 60 Min. Video
Regie:
Mirjam Quinte, Pepe Danquart
Kamera:
Betroffene selbst
Schnitt:
Pepe Danquart, Mirjam Quinte
Produktion:
Medienwerkstatt Freiburg, Medico International
Festival:
Duisburg und viel im Nahen Osten, subversiv